Willkommen

beim mindlab Ulm

Die Sektion Translationale Psychotherapie verbindet klinische Versorgung, Forschung und Lehre mit einem klaren Schwerpunkt auf der Behandlung und Erforschung schwerer psychischer und psychosomatischer Erkrankungen – insbesondere von Persönlichkeitsstörungen. Unser Ziel ist es, innovative Konzepte zu entwickeln und zu erproben, die ein tieferes Verständnis der Entstehung psychischer Störungen sowie der Wirkmechanismen psychotherapeutischer Veränderungsprozesse ermöglichen. Auf dieser Grundlage wollen wir wirksame, wissenschaftlich fundierte Behandlungsansätze fördern und zur Verbesserung der psychischen Gesundheit beitragen.

Neuigkeiten

Februar 2026

Neues Preprint zur Evidenzlage von Künstlicher Intelligenz (KI) in der psychischen Gesundheitsversorgung veröffentlicht

Als Teil einer internationalen Forschungsgruppe verfassten Jana Volkert und Felix Groß ein Übersichtsarbeit zur Untersuchung der Frage, ob die aktuelle Forschung Aussagen zu Wirksamkeit und Sicherheit von KI-Anwendungen wie ChatGPT im mentalen Gesundheitsbereich zulässt.


Die Ergebnisse zeigen ein sehr gemischtes Bild: Während jeden Monat eine Vielzahl von neuen Modellen auf den Markt kommt, werden diese kaum anhand einheitlicher Standards geprüft und getestet. Systematische Sicherheitsprüfungen, etwa zur Risikoerkennung, Abhängigkeit, Symptomverschlechterung oder sonstigen, potenziell schädlichen Inhalten, sind ebenfalls sehr selten. Gleichzeitig berichten einzelne, wenige Studien über Symptomverbesserungen durch KI-Therapie.

Die Autor:innen schlagen einen Fahrplan für zukünftige Forschung vor, einschließlich standardisierter, klinisch relevanter Benchmarks für neue Modelle, um Ergebnisse besser vergleichbar zu machen. Ziel ist es, dazu beizutragen eine belastbare Grundlage für klinische, wissenschaftliche und gesundheitspolitische Entscheidungen im Bereich generativer KI zu schaffen. Das vollständige Preprint ist über das Open Science Framework hier (https://osf.io/preprints/psyarxiv/n7qep_v2 ) abrufbar.

DZPG-ECS-Kongress 2026 in Berlin: Vorläufige Ergebnisse zur Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen und zur Machbarkeit einer Gruppenintervention für Eltern mit anhaltenden Körperbeschwerden

Vom 23. bis 25. Februar 2026 fand in Berlin ein Kongress der Early Career Scientists (ECS) des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) statt. Die Veranstaltung richtete sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und bot Raum für fachlichen Austausch, Vernetzung sowie Diskussionen zu Karriere- und Strukturthemen innerhalb des DZPG. Felix Groß und Elisa Merkenschlager repräsentierten das MindLabUlm.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Beiträge stellte Felix stellvertretend für das TreatMe-Konsortium erste Ergebnisse einer Übersichtsarbeit zur Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen vor. In dieser Arbeit werden zahlreiche Studien zusammengefasst, um besser zu verstehen, über welche Prozesse Psychotherapie wirkt.

Konkret geht es um die Frage, welche inneren Veränderungen bei Patientinnen und Patienten dazu beitragen, dass sich Symptome verbessern. Zum Beispiel: Lernen Menschen, ihre Gefühle besser zu regulieren? Verändern sich festgefahrene Beziehungsmuster? Entwickeln sie ein stabileres Selbstbild? Oder gelingt es ihnen, andere Menschen besser zu verstehen? Trägt eine vertrauensvolle, stabile Zusammenarbeit zwischen Therapeut:in und Patient:in schon eigenständig zur Symptomverbesserung bei? Ziel der Arbeit ist es, die entscheidenden Veränderungsprozesse klarer zu benennen.
Wenn man noch genauer weiß, was in einer Therapie wirksam ist, können Behandlungen gezielter weiterentwickelt und verbessert werden. Langfristig soll dies dazu beitragen, Psychotherapie noch wirksamer und passgenauer für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen zu gestalten.

Elisa Merkenschlager präsentierte die Ergebnisse der Adaptations- und Machbarkeitsstudie zur Elternintervention „Leuchtturm-Elternprogramm“, die seit Mitte letzten Jahres an der Klinik für Psychosomatik durch die Mitarbeitenden des MindLabUlm durchgeführt wird. Im Fokus standen die Umsetzbarkeit des spezifischen Gruppentherapieprogramms für Eltern mit anhaltenden Körperbeschwerden sowie zentrale Herausforderungen in der Durchführung. Zugleich berichtete sie über die positive Resonanz seitens der behandelten Eltern sowie des interdisziplinären Behandlungsteams.

Die fachkundigen Anregungen aus dem Publikum liefern wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Intervention und die geplante Fortführung der wissenschaftlichen Evaluation des Elterbprogramms.

Darüber hinaus nutzen die beiden Nachwuchswissenschaftler:innen die Veranstaltung zur Vernetzung mit engagierten Kolleg:innen aus ganz Deutschland.

Von links: Felix und Elisa gemeinsam mit einer Ulmer Kollegin aus dem Institut für Psychologie und Pädagogik der Universität Ulm (ganz rechts).

Neue Impulse für die psychosomatische Forschung: Elisa Merkenschlager beim DKPM-Qualifizierungsprogramm in Hamburg

Ende Januar nahm Elisa Merkenschlager am zweiten Block des Qualifizierungsprogramms für den wissenschaftlichen Nachwuchs des Deutsche Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM) teil. Das Programm richtet sich gezielt an junge Forschende im Bereich der Psychosomatik und bietet eine strukturierte Plattform zur methodischen Weiterbildung sowie zur fachlichen Vernetzung. Die Veranstaltung fand am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) statt.

Im Mittelpunkt standen quantitative und qualitative empirische Designs sowie interdisziplinäre Ansätze in der klinischen Forschung. Besonders bereichernd war für Elisa der intensive Austausch mit engagierten Nachwuchswissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Bereichen der Psychosomatik. Die offene Diskussionskultur ermöglichte es, eigene Forschungsideen, methodische Herausforderungen und konzeptionelle Fragen vertieft zu reflektieren.

Ein persönliches Highlight stellte der fachliche Austausch mit Prof. Bernd Löwe dar, dessen Forschung zu anhaltenden Körperbeschwerden inhaltlich eng an Elisas eigene Arbeitsschwerpunkte anschließt. Die Diskussionen zu funktionellen bzw. anhaltenden Körperbeschwerden und zur Transmission von Psychopathologie eröffneten neue Perspektiven für ihr Dissertationsprojekt und stärkten die interdisziplinäre Einbettung ihrer Forschung.

Neben den inhaltlichen Impulsen bot das Programm vielfältige Gelegenheiten zur Vernetzung – sowohl im Rahmen strukturierter Diskussionen als auch im informellen Austausch. Darüber hinaus ermöglichte die Veranstaltung Einblicke in das UKE als traditionsreichen und zugleich innovativen Forschungsstandort.

Das Qualifizierungsprogramm der DKPM verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit einer gezielten Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und unterstreicht die Bedeutung kollegialer Vernetzung für die Weiterentwicklung psychosomatischer Forschung.

November 2025

Prof. Dr. Jana Volkert ist gerade zurück von 2 Tagen Herausgeber:innentreffen der Zeitschrift Psychotherapie im Alter in Jena!

Mit dabei waren Astrid Riehl-Emde, Anne Kathrin Risch, Reinhard Lindner, Meinolf Peters, Bertram von der Stein, Nils Töpfer und Alexandra Wuttke


 Unsere Themen:

  • Konstruktives Treffen mit dem Redaktionsteam des 
    Psychosozial-Verlag

  • Reflexion der vergangenen Ausgaben und Rezeption

  • Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Psychotherapie im Alter

  • Diskussion und Planung zu neuen Themenheften

  • Konkrete Planung der nächsten Schritte für die Weiterentwicklung der Zeitschrift
      In Kürze erscheint das neue Heft „Dynamiken zwischen jungen Therapeut:innen und älteren Patient:innen“, herausgegeben von Nils Töpfer


Mehr dazu: https://lnkd.in/d9uB9j5d

Ein schönes, intensives, produktives Treffen – mit voller Vorfreude auf die kommenden Hefte!

Digitale Unterstützung für Studierende: „Boost your Mind“ beim Young Researchers Science Day

Lina stellte das Projekt „Boost your Mind: Digitale Echtzeit-Intervention zur Förderung von Mentalisierungsfähigkeit unter Stress“ beim diesjährigen Young Researchers Science Day vor, einem Wissenschaftswettbewerb, des Graduate & Professional Training Center Ulm. Nur ausgewählte Projekte, die sich zuvor in einer Vorauswahl durchgesetzt hatten, erhielten die Gelegenheit, ihre Ideen in einem Projektpitch zu präsentieren.

Die randomisiert-kontrollierte Pilotstudie untersucht, wie Studierende genau in Momenten von Stress und Überforderung unterstützt werden können. Dazu wird eine digitale Echtzeit-Intervention (Ecological Momentary Intervention, EMI) entwickelt, die im Alltag gezielt ansetzt und die Fähigkeit zur Selbst- und Fremdreflexion (Mentalisierung) stärkt.Ziel ist es, durch personalisierte, kontextadaptive Unterstützung die psychische Gesundheit und Resilienz von Studierenden nachhaltig zu fördern und damit einen Beitrag zur digitalen Prävention psychischer Erkrankungen im Hochschulkontext zu leisten.

Wir gratulieren herzlich zur Anerkennung und dem Reisegutschein im Wert von 1.800 €!

Oktober 2025

8. ESRII (European Society for Research on Internet Interventions) Konferenz

Lina nimmt Anfang Oktober an der 8. ESRII (European Society for Research on Internet Interventions) Konferenz teil und stellt die Ergebnisse unseres EU-geförderten Projektes "HelpingParentsMinds" vor.

In diesem Projekt haben wir unter Einbezug von interessierten Eltern einen Prototypen für eine digitales Spiel zur Förderung der Mentalisierungsfähigkeit von belasteten Eltern im Umgang mit ihren Kindern entwickelt. Das digitale Spiel basiert auf den Inhalten des Leuchtturm-Elternprogramms.

Die ESRII wird in diesem Jahr von der Vilnius Universität in Litauen ausgerichtet und steht passend zu dem Vortragsthema unter dem Motto "Resilience through Innovation". Die ESRII bringt Forschende aus ganz Europa zusammen, um evidenzbasierte eHealth-Interventionen zur Förderung der psychischen Gesundheit systematisch zu erforschen und weiterzuentwickeln.

Juni 2025

7. Internationalen Konferenz Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT)

Mitte Juni nimmt Elisa an der 7. Internationalen Konferenz Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) teil. Sie wird die ersten Ergebnisse unserer Machbarkeits- und Adaptationsstudie zum Leuchtturm-Elternprogramm für Eltern mit psychosomatischen Störungen vorstellen. 

In diesem Projekt integrieren wir derzeit die mentalisierungsbasierte Elternpsychotherapieintervention in das bestehende Behandlungsangebot der Klinik und untersuchen sie wissenschaftlich. Die MBT-Konferenz wird in diesem Jahr von der Universität Kopenhagen in Dänemark ausgerichtet und steht unter dem Motto „Mentalizing Inside, Outside, and Beyond”.

Sie richtet sich an Kliniker:innen und Forscher:innen weltweit und bietet eine Mischung aus wissenschaftlichen Veranstaltungen und praktischen Workshops, die das gesamte Spektrum der Mentalisierungsforschung und der klinischen Praxis abdecken.

Ulmer Psychosomatische Klinik startet Leuchtturm-​Elternprogramm

Hilfe für psychisch belastete Eltern – ein sicherer Hafen für Kinder

Eltern mit psychischen Erkrankungen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Sie kämpfen nicht nur mit eigenen Belastungen, sondern tragen gleichzeitig Verantwortung für eine gesunde Entwicklung ihrer Kinder. Um betroffene Familien wirksam zu unterstützen, hat die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm unter der Leitung von Professorin Dr. Jana Volkert ein neues Behandlungsangebot ins Leben gerufen: das Leuchtturm-​Elternprogramm.

Mit dem neuen Elternprogramm leistet die Klinik einen wichtigen Beitrag, die Versorgungslücke psychisch belasteter Eltern zu schließen – insbesondere angesichts steigender Fallzahlen und gesellschaftlicher Herausforderungen wie der Zunahme von Alleinerziehenden oder anhaltenden Nachwirkungen der Corona-​Pandemie. Das Leuchtturm-​Elternprogramm wird aktuell im stationären und teilstationären Setting angeboten und wissenschaftlich evaluiert. Perspektivisch ist auch ein ambulantes Angebot geplant, um noch mehr betroffene Familien zu erreichen.